25. Juni 2024

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Deutscher Verbandschef: Es wird komplizierter im Boxen

Nach dem Ausschluss des Weltverbands durch das IOC muss sich der Boxsport neu sortieren. Der deutsche Verbandschef betont: «Sicherlich ist für uns olympisches Boxen führend.»

Nach dem Ausschluss des Weltverbandes Iba durch das Internationale Olympische Komitee wird es nach Ansicht des deutschen Verbandschefs Jens Hadler «auf jeden Fall komplizierter im Boxen».

Auf der einen Seite gebe es das olympische Boxen, auf der anderen Seite sei die Iba mit etwa 200 nationalen Mitgliedsverbänden wohl weiterhin existent und werde ihr Wettkampfsystem weiterführen, wenn auch mit einer verringerten Anzahl von Nationalverbänden, erklärte Hadler in der «Frankfurter Rundschau». Bei der Gründung eines neuen Weltverbandes seien auch noch viele offene Fragen zu klären.

Das IOC hatte vor knapp zwei Wochen den endgültigen Ausschluss der umstrittenen International Boxing Association beschlossen, die bereits seit 2019 suspendiert war. Ihr werden von Kritikern Korruption, Führungsprobleme und Wettbewerbsverzerrung vorgeworfen. «Es gibt Defizite, die das IOC umfassend aufgelistet hat. Es ist auf jeden Fall traurig, dass die Iba nicht das Vertrauen beim IOC zurückgewinnen konnte», sagte Hadler. Dem Boxen fehlt nach dem Iba-Ausschluss ein olympischer Verband. 

«Beim Aufbau dieses neuen Weltverbandes muss von Anfang an alles vermieden werden, was die Iba dahin geführt hat, wo sie jetzt steht», sagte der DBV-Präsident. Eine der Kernfragen sei, wie viele Nationalverbände einem neuen Weltverband beitreten würden und wann das IOC ihn anerkennen würde. Der DBV selbst will auf einem außerordentlichen Kongress in diesem Monat das weitere Vorgehen besprechen.

«Sicherlich ist für uns olympisches Boxen führend, weil nahezu alle Fördermittel darauf ausgerichtet sind», erklärte Hadler. Die Förderung der Stützpunkte, die Förderung von Trainings- und Wettkampfmaßnahmen und auch die individuelle Förderung hänge zum überwiegenden Teil an einer erfolgreichen Teilnahme bei Olympischen Spielen. Hadler versicherte: «Wir werden als DBV immer darum kämpfen, dass Boxen olympisch bleibt.»

Für die Spiele in Paris in rund einem Jahr liegen die Qualifikation und die Kämpfe in den Händen einer vom IOC eingesetzten Taskforce, wie es auch schon bei Olympia in Tokio der Fall gewesen war. Auch 2028 in Los Angeles soll Boxen zum Olympia-Programm gehören.

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